Artikel mit tag Schwellenländer

Analysen

  1. » The Southern African Development Community and its Relations to the European Union - Deepening Integration in Southern Africa?
    von Ariane Kösler, in ZEI Discussion Paper 169 / 2007, 42 S.
    Wichtigster Beispielgeber und Kooperationspartner regionaler Integration in Afrika ist die EU. Der Kontinent weist 14 teils überlappende Zusammenschlüsse auf, darunter die 1980 gegründete SADC, die bereits substanzielle wirtschaftliche und politische Integrationsschritte zurückgelegt hat. Dennoch sind weitere Impulse nötig. Sowohl Mitglieder als auch externe Spieler müssen die Gemeinschaft als einheitlichen Akteur unterstützen. Dabei ist die EU-Politik hilfreich, aber auch nicht frei von Inkohärenzen, wie der Abschluss eines bilateralen Handelsabkommens mit Südafrika zeigt. Die Autorin zeigt die größten Entwicklungshemmnisse des afrikanischen Projekts auf. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  2. » Allianzen und Gruppen im Globalen Governance-System – Multilateralismus zwischen partikularen Interessen und universellen Anforderungen
    von Thomas Manz, in Internationale Politik und Gesellschaft 2 / 2007, S. 25 - 45
    In der Staatengemeinschaft ist ein zunehmender Trend zur Fragmentierung multilateraler Foren auszumachen. So haben sich innerhalb der WTO einige Südallianzen gebildet, die neben die traditionelle G7/G8 treten. Da der Einfluss von Gruppen, die auf starke Gemeinsamkeiten ihrer Mitgliedsländer gründen, wegen ihrer mangelnden Repräsentativität begrenzt ist, wird ein Wandel von „exklusiven Clubs“ zu „inklusiven“ Foren wie der G20 immer wahrscheinlicher. Dies führt nicht zwangsläufig zur Erosion des Multilateralismus. Der universelle Charakter internationaler Organisationen leidet vielmehr darunter, dass sich arrivierte Mächte schwer tun, den Aufsteigern den ihnen gebührenden Platz einzuräumen. [Zusammenfassung: Louise Mossner]

  3. » Brasilien nach den Wahlen 2006
    von Silvana Krause, in APuZ 51-52, 18. Dezember 2006, S. 25 - 31
    Im Oktober 2006 wurde Präsident Lula da Silva wieder gewählt. Er hatte 2002 einen politischen Richtungswechsel herbei führen können. Eine Koalition aus Arbeiter- und liberaler Partei regiert nun die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Der Beitrag analysiert die Machtverhältnisse in Kongress und Senat sowie die gesellschaftliche und regionale Basis der politischen Kräfte. Dabei wird die soziale Spaltung des Landes in einen ärmeren Norden und einen wohlhabenderen Süden deutlich. Auch für die neue Regierung gehören die Ankurbelung der Wirtschaft, Schuldenabbau, Stabilisierung der Wechselkurse sowie Bekämpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und Inflation zu den Hauptaufgaben. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  4. » Facing China's rise: Guidelines for an EU strategy
    von Marcin Zaborowski, in ISS Chaillot Paper 94, Dezember 2006, 129 S.
    Im September 2006 verabschiedeten die EU und China auf dem neunten EU-China-Gipfeltreffen ein gemeinsames Statement, in dem sie sich zu vertiefter politischer Zusammenarbeit und Dialog bekennen. Bleiben die Fragen: Welche Politik soll die EU verfolgen, welche Initiativen anstoßen, welche Interessen hervorheben? Schwerwiegende Fehler kann sich die EU als einer der Hauptpartner der Volksrepublik nicht erlauben. In acht Einzelbeiträgen analysieren die Autoren die Rolle Chinas in den internationalen Beziehungen sowie in einzelnen Politikfeldern (Militär, Energie, regionale Sicherheit, Demokratisierung und Handel) und leiten Handlungsoptionen und Empfehlungen für die EU ab.

  5. » China als Akteur der Weltpolitik
    von Xuewu Gu, in APuZ 49, 4. Dezember 2006, S. 3 - 8
    Der wirtschaftliche Aufstieg der Volkrepublik China geht zunehmend einher mit weltweiten Ambitionen des Riesenreiches. Der Autor analysiert die vielfältigen Herausforderungen, die sich dabei für das Land ergeben: Die KP-Führung muss sich gleichermaßen mit den USA als Handelspartner arrangieren, aber deren Hegemonie an der südöstlichen chinesischen Peripherie einkalkulieren. Parallel dazu sollen neue strategische Partnerschaften mit der EU und Russland der Volksrepublik weitere Optionen eröffnen; Afrika rückt als Exportmarkt für chinesische Produkte in den Fokus der Außenpolitik Pekings. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  6. » Auf dem Vormarsch: Der globale Einfluss der Schwellenländer wächst
    von Claudia Schmucker, in INTERNATIONALE POLITIK, 61 (September 2006)
    China, Indien und Brasilien sind zu wichtigen globalen Akteuren geworden und fordern mehr Teilhabe an den internationalen Entscheidungsprozessen: Ohne sie läuft nichts in der Doha-Runde, im IWF wollen sie mehr Einfluss und auch an den G-8-Gipfeln nehmen sie teil. Nun müssen sie aber auch mehr Verantwortung übernehmen.

  7. » Fünf Jahre NEPAD
    von Cord Jakobeit, in APuZ 32-33, 7. August 2006, S. 21 - 25
    Die Gründung der Initiative "New Partnership for Africa's Development" 2001 erregte viel Aufmerksamkeit, da sich die afrikanischen Regierungschefs erstmals dazu bekannten, durch gute Regierungsführung die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Fünf Jahr später ist es jedoch zu früh, das Projekt als Erfolgsgeschichte zu feiern. Besonders der mit der G8 entwickelte "African Peer Review Mechanism" hat bislang wenig konkrete Ergebnisse gebracht. Auch die ökonomischen Daten des Kontinents haben sich kaum verbessert. Allerdings sollte man anerkennen, dass die NEPAD-Initiative dazu beigetragen hat, eine Marginalisierung Afrikas in der internationalen Politik zu verhindern.

  8. » The New Partnership for Africa's Development. Four years of a promising attempt or hollow optimism?
    von Prince Mashele, in ISS Paper 125, März 2006, 16 S.
    Die New Partnership for Africa's Development (NEPAD) ist Ausdruck der Absicht Afrikas, sich den weltweiten Herausforderungen zu stellen, interne Probleme eigenständig zu bewältigen und anderen Regionen auf gleicher Augenhöhe als Partner zu begegnen. Insbesondere der African Peer Review Mechanism (APRM) wird als effektives Instrument betrachtet, gute Regierungsführung zu gewährleisten und damit Afrikas Entwicklung voranzubringen. Der Autor beschreibt die Ambitionen der NEPAD und des APRM und analysiert erste Erfahrungen mit beiden Instrumenten anhand der Fallbeispiele Ghana und Ruanda.

    [Zusammenfassung: weltpolitik.net]

  9. » Die Politik der USA, der EU und Chinas in Zentralasien
    von Mehdi P. Amineh, in APuZ 4, 23. Januar 2006, S. 11 - 18
    Seit dem Ende der bipolaren Ordnung ist das Weltstaatensystem wieder in Bewegung. Der zentralasiatische Raum rückt dabei verstärkt ins Blickfeld der großen Mächte. Die USA als wichtigster Akteur, das aufsteigende China und die benachbarte EU treffen hier aufeinander in ihrem Ringen um die "Quellen der Macht". Noch auf Jahrzehnte werden die fossilen Brennstoffe der Hauptenergieträger der Weltwirtschaft sein und ein entscheidender Faktor für die weltweite Sicherheit. In der Auseinandersetzung um Ressourcen und Einflusssphären werden unter Einbeziehung Russlands neue Allianzen zur Ausbalancierung der amerikanischen Position geschmiedet. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  10. » Chinas wirtschaftlicher Aufstieg
    von Tobias Fehlbier, in 360° 1 / 2006, S. 22 - 35
    Kaum ein Szenario basiert nicht auf China als bestimmendem Faktor des künftigen weltpolitischen Geschehens. Dabei werden die enormen wirtschaftlichen Wachstumsraten optimistisch in die Zukunft fortgeschrieben. Der Autor sammelt zunächst weitere Merkmale einer Weltmacht und nennt Risikofaktoren, die die Entwicklung der Volkrepublik gefährden könnten. Die Frage, ob sich der Aufstieg Chinas im internationalen Kontext eher kooperativ oder konfrontativ vollzieht, hängt eng zusammen mit der Abhängigkeit der politisch-militärischen von der wirtschaftlichen Stärke des Landes. Die weltweite wirtschaftliche Verflechtung spricht für einen berechenbaren und verantwortungsvollen Akteur. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  11. » Defying "Great Game" Expectations
    von Kathleen A. Collins & William C. Wohlforth, in Strategic Asia 2003/04, S. 291 - 317
    Obwohl von vielen Seiten erwartet wurde, dass das Engagement der USA in Zentralasien nach dem 11. September 2001 eine neue Runde offener Rivalität zwischen den Supermächten einläuten würde, war das Gegenteil der Fall: Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und China haben sich regional und global enorm verbessert. Doch wird dieses gute Ergebnis von Bestand sein? Der Text analysiert die Hauptinteressen der externen Mächte und die Reaktionen der zentralasiatischen Staaten. Es existiert eine Basis für eine dauerhafte Kooperation, die Präsenz der Großmächte kann zu einer Stabilisierung der Region führen.

  12. » Indiens Sicherheitsinteressen und die GASP
    von Klaus Voll, in Hans-Georg Ehrhardt (Hg.): Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Nomos Verlag, Baden-Baden 2002, S. 163 - 180
    Spätestens seit den erfolgreichen Tests seiner Nuklearwaffen sind die Großmachtinteressen Indiens unverkennbar. Doch die militärische Aufrüstung diene vor allem dem Selbstschutz, so der Autor. Grenzstreitigkeiten mit Pakistan und China bergen die ständige Gefahr offener Konflikte, die auch nuklear eskalieren können. Ein Aufgeben umstrittener Regionen könne im Dominoeffekt die Desintegration der Indischen Union nach sich ziehen. Die EU sollte verstärktes Interesse an Indien als weltgrößter Demokratie und Stabilitätsanker der Region zeigen und eine Mittlerrolle im Konflikt der drei regionalen Kontrahenten übernehmen. [Zusammenfassung: Jessica Seiler]

  13. » Der Schutz geistiger Eigentumsrechte in der Welthandelsordnung: Entwicklungspolitischer Reformbedarf für das TRIPS-Abkommen
    von Klaus Liebig, in DIE Analysen und Stellungnahmen 1/2001, 4 S.
    Das TRIPS-Abkommen gilt als dritte Säule der WTO und dient der internationalen Rechtsangleichung im Bereich des Schutzes geistigen Eigentums. Insgesamt beinhaltet es hohe -- an den Industrieländern orientierte -- Schutzstandards. Vielfach kritisiert werden dabei die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer, insbesondere im Bereich der pharmazeutischen Produkte, der Patentierung von Genen und Pflanzen und der Softwareentwicklung. Zudem fördern die Industrieländer den im TRIPS-Abkommen zugesagten Technologietransfer in Entwicklungsländer nicht und erschweren stattdessen durch bilaterale Abkommen den Zugang zu Innovationen weiter. [Zusammenfassung: Sandra Frank]