» Die wirtschaftliche Schieflage in den USA. Wie gravierend sind die Folgen?
von Josef Braml,
in Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik 2, April 2010, S. 189 - 200
Die Finanz- und Wirtschaftskrise zieht den amerikanischen Arbeitsmarkt stark in Mitleidenschaft, was die überdurchschnittlich konsumgetriebene US-Wirtschaft in Gefahr einer Abwärtsspirale bringt. Verstärkt wird der Effekt dadurch, dass mit der Automobilindustrie und dem Immobilienmarkt zwei Branchen, die bei vergangenen Krisen als Puffer fungierten, diesmal Teil der Misere sind. Zudem erreichen Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung Rekordwerte, was in Verbindung mit dem dauerhaft niedrigen Leitzins der Notenbank die Inflations- und Abwertungsrisiken erhöht. Das würde vor allem auch die exportabhängigen und mit den USA stark verzahnten Volkswirtschaften Asiens und Europas treffen.
» Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige
von Hanno Beck & Helmut Wienert,
in APuZ 20, 11. Mai 2009, S. 7-12 Verantwortlich für die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure und Ursachen. Zu den wichtigsten Handlungsträgern gehörten die nationalen Regierungen, die als politische Regulierer und Manipulierer auftraten, die Notenbanken mit ihrer Politik des billigen Geldes sowie die Geschäftsbanken, die zwischen Sicherheit und Rendite abwägen mussten. Die von ihren Produktentwicklern geschaffenen Innovationen schienen diesen Gegensatz aufzulösen. Künftig ist eine bessere Kontrolle zu erwarten. Doch am Horizont zeichnen sich bereits die nächsten Neuerungen ab und mit ihnen werden weitere Krisen heraufziehen. [Zusammenfassung: Lars Brückner] Bildquelle: p22earl, License
» Protektionismus und ökonomischer Nationalismus – Kein guter Rat zur Krisenbewältigung
von Christina Langhorst & Stormy Mildner,
in Konrad-Adenauer-Stiftung, Analysen & Argumente 65, April 2009, 11 S.
In der aktuellen Wirtschaftskrise sollten die Regierungen nicht alte Fehler wiederholen und in protektionistische Muster verfallen, die eine weitere Verschlechterung der Situation nach sich ziehen. Zwar ist die Versuchung groß, den eigenen Standort durch Subventionen und Zölle zu bevorzugen, um die Auswirkungen der Krise zu mildern und Arbeitsplätze zu sichern. Ein solches Vorgehen schadet aber langfristig mehr als es nutzt. Statt nationaler Alleingänge ist international koordiniertes Handeln erforderlich. Eine Hauptrolle für die Öffnung der Märkte und die Einhaltung der Spielregeln kommt dabei der WTO zu, der ein zügiger Abschluss der Doha-Runde Rückenwind geben kann. [Zusammenfassung: Lars Brückner]
Analysen im Internet
The G-20 and the Global Economy: Sink or Swim
Das G20-Forum ist in der Lage, Probleme von globaler Dimension anzugehen und gemeinschaftliche Lösungen zu finden.
Veröffentlicht: 22.04.2010
Blockierte Demokratie – Die Tschechische Republik 20 Jahre nach der Samtenen Revolution
Vor 20 Jahren brach das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammen. Die Begeisterung, die die »Samtene Revolution« und der anschließende Aufbruch hin zu Demokratie und Kapitalismus auslösten, ist heute jedoch längst erloschen. Die Gesellschaft in der Tschechischen Republik im Jahre 2009 zeigt sich in hohem Maße zerklüftet und verworfen. Die politische Elite und die Bevölkerung sind voneinander entfremdet, die gesellschaftlichen Entscheidungsträger und Protagonisten der Parteien sind zerstritten und unfähig, dauerhaften Konsens zu bilden. Dieser Zustand ist erneut beim Sturz der Regierung Topolánek im März 2009 offenbar geworden, doch sein Entstehen reicht weiter zurück: in die Vorgänge um den Umbruch 1989 selbst sowie in die Phase der Transformation des Landes in den vergangenen zwei Dekaden. Mehr…