Weltwirtschaft

Noch sind die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und in der Weltwirtschaft nicht ausgestanden. Zur Beschreibung der aktuellen Krise, die immer wieder andere Themen auf hintere Plätze der Agenda verdrängt, wurden bereits zahlreiche Superlative bemüht. Zudem rücken historische Zäsuren wie die Zeit der Weltkriege, des Ost-West-Konflikts und frühere Wirtschaftskrisen verstärkt ins Blickfeld. Zwar hat die Krise weltweit unterschiedliche Auswirkungen, aber sie ist insgesamt ein Ereignis von globalen Ausmaßen. Sie beschleunigt den Strukturwandel und die Neuverteilung der Rollen wichtiger Akteure. Auch nach der Rückkehr auf den Wachstumspfad wird es vermutlich kein business as usual geben. Das was geschehen ist, wird bleibende Verwerfungen hinterlassen. Bildquelle: Éva Pádár
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Analysen


  • » Onkel Dagobert in Nöten. Auswirkungen der wirtschaftlichen Schieflage in den USA auf Europa
    von Josef Braml, in DGAPstandpunkt 3, 22. Februar 2010, 4 S.
    Die Entscheidung der US-Notenbank, den Diskontsatz um 25 Basispunkte anzuheben, hat lediglich Symbolcharakter, ohne die Geldpolitik spürbar zu straffen. Entgegen dem von US-Politikern und Notenbankern verbreiteten Zweckoptimismus wird sich die wirtschaftliche Schieflage in den USA weiter zuspitzen, namentlich die hohe Arbeitslosigkeit, die enormen Staatsschulden sowie Inflations- und Abwertungsrisiken. Dadurch werden insbesondere Asien und die bis dato hervorragende Wirtschaftspartnerschaft mit Europa in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem die exportabhängige deutsche Wirtschaft wird davon betroffen sein. Politik und Wirtschaft sollten sich frühzeitig Diversifikationsstrategien zurechtlegen.

  • » Zwei Wirtschaftssysteme in der Bewährungsprobe: Die deutsch-französische Debatte über die Wirtschaftskrise
    von Christophe Blot & Stefan Kooths, in DGAPanalyse Frankreich 9, 22. Dezember 2009, 24 S.
    Obwohl die Rezession in Deutschland und Frankreich relativ synchron verlief, gab es Unterschiede im Ausmaß der Krise. So hat Deutschland einen weitaus stärkeren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu verzeichnen, Frankreich aber gehört zu den Ländern, die am Wenigsten betroffen sind. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit wiederum fällt in Frankreich wesentlich gravierender aus, obwohl in Deutschland der Wachstumseinbruch stärker ist. Neben einer Analyse der von Berlin und Paris verfolgten Maßnahmen zur Wiederbelebung der Konjunktur, fragen sich die Autoren, ob beide Länder angemessene Wachstumsstrategien verfolgen und wie verbesserungswürdig diese sind.

  • » Die G20-Gipfeltreffen 2009: von London nach Pittsburgh
    von Isabelle Kronisch, in aussenpolitik.net, 1. Oktober 2009
    Auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh im September 2009 sollten die in London im April 2009 angestoßenen Reformen weitergeführt werden. Der Gipfel war ein Erfolg, da wichtige Vorhaben konkretisiert wurden: So wurden die Quoten beim IWF um fünf Prozent von den Entwicklungs- zu den Schwellenländern verschoben. Auch müssen die Banken in Zukunft ihre Ausstattung mit Eigenkapital erhöhen, Bonuszahlungen werden am langfristigen Erfolg gemessen und Steueroasen müssen mit Sanktionen rechnen. [Zusammenfassung: Isabelle Kronisch]

  • » Nach der Krise ist vor der Krise
    von Katharina Gnath & Claudia Schmucker, in DGAPstandpunkt 8, 18. September 2009, 4 S.
    Die Erwartungen an den G20-Gipfel in Pittsburgh sind niedrig, da sich die Weltwirtschaft langsam erholt und zwischen den Staaten wenig Einigkeit herrscht, z.B. bei der Deckelung von Bonuszahlungen. Trotzdem gilt es die Chance zu nutzen: Zwingend notwendig ist die Stärkung der Eigenkapitalvorschriften für Banken, um künftige Exzesse zu vermeiden. Des Weiteren muss Pittsburgh die Aufsichtsfunktion des IWF konkretisieren. Auch das Thema der globalen Ungleichgewichte gehört auf die Tagesordnung. Über den Gipfel hinaus sollte die G20 in ihrer jetzigen Zusammensetzung erhalten bleiben, um die Reform der internationalen Finanzarchitektur voranzutreiben. Bildquelle: Kevin Krejci, License CC Attribution

  • » „G8-Gipfel sind nicht mehr zeitgemäß“
    von Annette Kaiser, in Diplomatisches Magazin 8, August 2009, S. 24 – 25
    Die Abschlusserklärung des G8-Gipfels von L’Aquila beinhaltet Beschlüsse zu den aktuellen globalen Herausforderungen. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um unverbindliche Absichterklärungen, deren Umsetzung ungewiss ist. Vor allem ohne die Mitwirkung der Schwellenländer sind Durchbrüche etwa bei der Bewältigung von Klimawandel oder Wirtschaftskrise nicht möglich. Weltweite Lösungen werden zudem durch den steigenden Einfluss regionaler Gruppen erschwert. Um den nötigen Konsens herzustellen, sollten die VN gestärkt werden oder neue Gipfel-Formate alle relevanten Akteure zusammenbringen. Ein erster Schritt hierzu könnte die Eingliederung der BRIC-Staaten in die G8 sein. [Lars Brückner]

  • » Die G8-Gipfelarchitektur im Wandel
    von Katharina Gnath & Niklas Reimers, in DGAPanalyse 6, 25. Juni 2009, 20 S.
    Die Weltwirtschaftsordnung befindet sich in einem Wandel, der durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise beschleunigt wird. Dies gilt insbesondere für die Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russland (G8), die als informelles Gremium der Industriestaaten eine herausgehobene Funktion im globalen System wirtschaftlichen Regierens inne hat. Im Juli 2009 stehen unter dem Vorsitz Italiens bedeutende Weichenstellungen für die Zukunft der G8-Gipfelarchitektur an, in der die Richtung der Gruppe in ihrer Zusammenarbeit mit wichtigen Nichtmitgliedern (den G5-Staaten Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika) bestimmt wird. Bildquelle: gabemac, License CC Attribution

  • » Öldorado? Kanadas Aufstieg zur Energiemacht wird Wunschdenken bleiben
    von David Bosold, in DGAPanalyse 5, 19. Juni 2009, 20 S.
    Der kanadische Premier Harper lässt bei Auslandsreisen kaum eine Gelegenheit aus, auf das Potenzial Kanadas als Energiesupermacht hinzuweisen. Über die Eigenschaften eines solchen Status und die außenpolitischen Konsequenzen schweigt er, jedoch wartete er mit beeindruckenden Zahlen auf: Kanada ist vor Australien weltgrößter Uranexporteur und verfügt nach Saudi-Arabien über die zweitgrößten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vornehmlich um die Ölsandvokommen in Alberta, die Harper und andere Kanadier davon träumen lassen, international eine wichtigere Rolle zu spielen. Nach den Plänen der Regierung könnte Kanada bis 2030 zum drittgrößten Ölexporteur der Welt aufsteigen. Bildquelle: mastermaq, License CC Attribution-ShareAlike

  • » Dollar und Euro im Umbruch des Weltwährungssystems
    von Jens van Scherpenberg, in Hanns-Seidel-Stiftung, Berichte und Studien 89, 2009, S. 262 - 281
    Noch gibt es bei den Weltwährungen keine Gewinner und Verlierer der Wirtschaftskrise. Die Bedeutung des Euro war zuvor gestiegen, die Dominanz des US-Dollar aber nicht gebrochen worden. Nach wie vor ist der Dollar Leitwährung des Welthandels. Auch für die Geldanlage sind die politisch stabilen USA das attraktivste Ziel. Langfristig erscheint der Euro im Blick auf Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit der USA als Alternative. Die lange Hegemonie wirkt aber gegen eine baldige Ablösung des Dollar. Aus der Krise kann künftig mit Hilfe von G20, IWF und regionalen Währungsunionen eine multipolare Wirtschaftsordnung entstehen, aber auch ein Rückfall in den Wirtschaftsnationalismus ist vorstellbar. [Zusammenfassung: Roland Graf] Bildquelle: nicolasnova, License CC Attribution

  • » Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige
    von Hanno Beck & Helmut Wienert, in APuZ 20, 11. Mai 2009, S. 7-12
    Verantwortlich für die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure und Ursachen. Zu den wichtigsten Handlungsträgern gehörten die nationalen Regierungen, die als politische Regulierer und Manipulierer auftraten, die Notenbanken mit ihrer Politik des billigen Geldes sowie die Geschäftsbanken, die zwischen Sicherheit und Rendite abwägen mussten. Die von ihren Produktentwicklern geschaffenen Innovationen schienen diesen Gegensatz aufzulösen. Künftig ist eine bessere Kontrolle zu erwarten. Doch am Horizont zeichnen sich bereits die nächsten Neuerungen ab und mit ihnen werden weitere Krisen heraufziehen. [Zusammenfassung: Lars Brückner] Bildquelle: p22earl, License CC Attribution

  • » Reaktion auf die Krise: die Europäisierung der französischen Wirtschaftspolitik
    von Jean-Marc Daniel, in DGAPanalyse Frankreich 2, 7. Mai 2009, 13 S.
    Zwar wurde auch Frankreich von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise erfasst, doch ist das Land weniger stark betroffen als viele seiner europäischen Partner. Sein Staatsdefizit beträgt aktuell rund fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die Arbeitslosenzahlen steigen weniger stark als in anderen Ländern und das französische Bankensystem gehört neben dem italienischen zu den solidesten in Europa. Nicolas Sarkozy hat diese Situation genutzt, um seine Politik neu auszurichten. Im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern, die ihre Politik ebenfalls nach nur wenigen Monaten im Amt geändert hatten, vollzog er dabei nicht nur eine, sondern gleich zwei zentrale Kursänderungen.

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