Artikel mit tag ISAF
Dossiers
-
Die USA unter neuer Führung - ein Jahr Obama
by Lucas Lypp & Simon Schlechtweg
2008 haben sich die Amerikaner für einen politischen Wechsel entschieden. In den Neuen im Weißen Haus werden hohe Erwartungen gesetzt. Ein Jahr ist seit der Amtseinführung Obamas als 44. US-Präsident am 20. Januar 2009 vergangen. Ebenso wie das Votum zugunsten Obamas sind die Herausforderungen historisch, vor denen die neue Administration steht: das politische Erbe der Bush-Regierung, darunter unvollendete Kriege, Antiamerikanismus, durch unilaterale Schritte verärgerte Verbündete; tief greifende globale Trends wie Klimawandel und der relative Machtverlust der USA angesichts des Aufstiegs großer Schwellenländer. Schließlich wurde auch diese Regierung mit unerwarteten Problemen konfrontiert: der gewaltsamen Eruption des Nahostkonflikts und der Finanzkrise. Wie viel Wandel ist überhaupt möglich in Anbetracht solch umfassender Reparaturarbeiten?
Analysen
-
» Dranbleiben in Afghanistan
von Henning Riecke, in DGAPstandpunkt 1, 26. Januar 2010, 4 S.
In Deutschland gibt es endlich eine Afghanistan-Debatte, die sich allerdings hauptsächlich um die Frage dreht: "Wann kommen wir da wieder raus?". Darum - sowie um die Vermeidung von Kampfeinsätzen - geht es auch der Bundesregierung bei der Londoner Afghanistan-Konferenz. Dabei dient die Festlegung auf einen raschen Abzug zwar der innenpolitischen Unterstützung, nicht aber den ursprünglichen Zielen der Mission. Besser wäre es, Regierung und Opposition würden nüchtern über das Erreichbare debattieren und dann die notwendigen Mittel einsetzen. Eine langfristige Begleitung des afghanischen Staatsaufbaus ist sinnvoll. Zurzeit droht jedoch ein Ende der Mission, ohne Stabilität erreicht zu haben. Bildquelle: isafmedia, License 
-
» Zivil-militärische Interaktion im Auslandseinsatz
von Michael Paul, in APuZ 48, 23. November 2009, S. 29 - 35
Sowohl das Einsatzkonzept der NATO als auch die Afghanistanstrategie der Bundesregierung setzen auf zivil-militärische Interaktion, um die Lage am Hindukusch sicherheitspolitisch in den Griff zu bekommen. Angesichts der hohen Bedeutung dieses Ansatzes bei der Krisenbewältigung und der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan ist jedoch eine viel zu geringe Zahl an CIMIC-Kräften vor Ort. CIMIC kann wertvolle Beiträge zur Unterstützung in allen Stadien eines Militäreinsatzes leisten, von der Verbindungsarbeit zu zivilen Akteuren bis zur Erstellung eines zivilen Lagebildes. Sie erhöht idealerweise die Sicherheit der Truppen, ein Aspekt, der immer mehr Ressourcen der Streitkräfte bindet. Bildquelle: The U-S. Army, License 
-
» Die pakistanischen „Federally Administered Tribal Areas“ (FATA) – Der Einfluss der Taliban weitet sich aus.
von Carsten Michels, in aussenpolitik.net, 1. Juli 2009
Die Sicherheitslage in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion und die möglichen internationalen Auswirkungen der Instabilität geben der Staatengemeinschaft zunehmend Anlass zur Sorge. Vor allem die halbautonomen Territorien im Nordwesten Pakistans sind der Kontrolle der Zentralregierung weitgehend entglitten. Militant-islamistische Taliban-Gruppen haben dort die Macht an sich gerissen. Das Gebiet dient zudem als Rückzugsraum für Al Khaida-Kämpfer. Von dort führen sie immer wieder Anschläge auf die ISAF durch. Sowohl auswärtige Akteure als auch die Regierung in Islamabad tun sich schwer, die Probleme in den Griff zu bekommen. Unterdessen spielt sich in der Region ein humanitäres Drama ab. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]
-
» Freund oder Feind? Zur Einschätzung von Sicherheitsbedrohungen in Friedensmissionen am Beispiel der Bundeswehr in Afghanistan
von Philipp Münch, in Universität Hamburg, Institut für Politische Wissenschaft, Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung, Arbeitspapier 4/2009, 70 S.
Im ISAF-Einsatz muss die Bundeswehr offenbar mehr Energie für den Selbstschutz aufwenden als für die Befriedung des Landes, dem eigentlichen Ziel der Mission. Welche Sicherheit soll also vorrangig geschaffen werden? Und wie geht die Bundeswehr mit den Gefahren um? Sie trifft mit oft zweifelhaften lokalen Machthabern Absprachen, die deren Position weiter festigen. Sie hilft bei der Ausbildung der afghanischen Armee, die allerdings von Korruption durchzogen ist und bei der Bevölkerung kaum Akzeptanz findet. Eine Fehlentwicklung des ISAF-Einsatzes insgesamt ist die starke Fokussierung auf die Aufstandsbekämpfung, die andere Aspekte des Staatsaufbaus verdrängt und oft zu zivilen Opfern führt. Bildquelle: ISAF Headquarters Public Affairs Office, License 
-
» Deutschland in Afghanistan: Nicht weiter wie bisher
von Henning Riecke, in DGAPaktuell 6, 8. Oktober 2008, 4 S.
Die Bundeswehr beteiligt sich in Afghanistan an der NATO-Sicherheitstruppe ISAF. Die Mission ermöglicht den zivilen Aufbau, stößt aber auf immer heftigeren Widerstand. Kann die NATO ihre ehrgeizigen Ziele erreichen? Hochrangige Vertreter aus Regierung, Opposition und NATO waren sich bei einer DGAP-Veranstaltung im September 2008 einig, dass das Engagement sinnvoll ist. Zivile und militärische Elemente müssen jedoch besser in Einklang gebracht werden. Defizite bei Staatsaufbau, Korruption und Drogenhandel, mangelhafte Koordinierung unter den beteiligten Akteuren sowie ein schleppender Aufbau der nationalen Polizei sind die schwerwiegendsten Probleme bei der Stabilisierung Afghanistans.
-
» Crossing the red lines? The Grand Coalition and the Paradox of German Foreign Policy
von Franz-Josef Meiers, in AICGS Policy Report 32 / 2008, 36 S.
Das Grundgerüst deutscher Außenpolitik - multilaterale Einbettung und militärische Zurückhaltung - hat sich in den zwei Dekaden nach dem Kalten Krieg nicht verändert. Wie erfolgreich kann eine so stark auf Kontinuität bauende Politik sein angesichts der sich weltweit vollziehenden Veränderungen, neuen Anforderungen und Erwartungen? Die Partner müssen die Einzigartigkeit der deutschen Lage respektieren, den bisher zurückgelegten Weg würdigen und dürfen nicht zu schnell zu viel verlangen. Die Bundesregierung wiederum muss sich langsam vortasten, bestehende Engagements ausbauen und neue sicherheitspolitische Instrumente entwickeln, die die wirtschaftliche Stellung Deutschlands reflektieren. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]
-
» Afghanistan: The Need for International Resolve
von International Crisis Group, in International Crisis Group, Asia Report 145, 6. Februar 2008, 30 S.
Die instabile Sicherheitslage in Afghanistan gefährdet die globale Sicherheit insgesamt. Sie zeigt die Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft, die Wurzeln der Probleme anzugehen und sich auf gemeinsame Ziele und Mittel sowie über die Lastenteilung zu verständigen. Die Fragmentierung der Akteure schwächt die Koalition erheblich. Staatsaufbau und Niederschlagung der Terrorgruppen erfordern jedoch ein entschlossenes und strategisch fundiertes Engagement der Partner, wozu vor allem eine bessere Vernetzung der einzelnen Akteure und Instrumente gehört. Zudem müssen Alternativen zum Drogenanbau geboten, das Justizsystem gestärkt und die Beziehungen zu den Nachbarstaaten erneuert werden. [Zusammenfassung: Aylin Ünal]
Analysen im Internet
-
Toughing it out in Afghanistan
Es gilt, nun rasch die Lage für die afghanische Bevölkerung zu verbessern und die öffentliche Unterstützung für den Einsatz im Westen zu erhalten.
Veröffentlicht: 17.05.2010
-
Nicht nur Kollateralschäden
Statt die Afghanistan-Mission für gescheitert zu erklären, sollten sich die Konsequenzen eines Abzugs vor Augen geführt werden.
Veröffentlicht: 12.06.2009
-
Robuste Illusionen
Der Umbau der Bundeswehr in eine weltweit agierende Interventionsarmee schreitet voran. Zeit für eine ehrliche Diskussion.
Veröffentlicht: 12.06.2009
Dokumente
-
Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zur Internationalen Afghanistan-Konferenz
Das Bundeswehrkontingent soll um 500 auf 5000 Mann und die Anzahl der Polizeiausbilder auf 200 erhöht werden.
Veröffentlicht: 27.01.2010
-
Afghanistan-Erklärung der Bundesregierung
Vor der Afghanistan-Konferenz in London stellt die Bundesregierung ein stärkeres Engagement Deutschlands in Aussicht.
Veröffentlicht: 25.01.2010
-
Rede von Bundesverteidigungsminister Jung im Deutschen Bundestag zur Verlängerung des ISAF-Mandats
Strategie der vernetzten Sicherheit, um internationale Gefahren an deren Quellen bekämpfen zu können; bessere Kooperation nötig
Veröffentlicht: 07.10.2008