Analyse im Internet
Die russische Iran-Politik vor dem Hintergrund des Teheraner Atomprogramms
Von Thomas Kunze & Lars Peter Schmidt
Beitrag erschienen in: KAS Auslandsinformationen, 21. Juli 2009, 10 S.,
am: 21.07.2009
Während des Atomstreits zwischen dem Westen und dem Iran hat sich Russland bisher stets der Verhängung härterer Sanktionen entgegengestellt. Denn Moskau und Teheran verbinden viele gemeinsame Interessen. So ist der Iran ein wichtiger Absatzmarkt für russische Nukleartechnologie, Waffen und Bodenschätze. Zudem streben beide die Bildung einer gemeinsamen „Erdgas-OPEC“ an. In seiner Bündnispolitik betrachtet Moskau Teheran als bedeutenden Partner, nicht zuletzt in Zentralasien. Und schließlich möchte Russland verhindern, dass die USA einen übermäßig großen Einfluss auf den Iran erlangen. Obwohl Russland dem Iran das Recht zur zivilen Nutzung von Nuklearenergie explizit zugesteht, ist ein nuklearwaffenfähiger Iran jedoch absolut nicht im Interesse des Kremls. Moskau weiß, dass die Verhinderung dieses Szenarios nur in Kooperation mit Washington möglich ist und begrüßt somit die Aufnahme neuer Verhandlungen ohne Vorbedingungen im Rahmen der 5+1-Gruppe. Dabei wird Russland versuchen, einen „freeze-for-freeze“ Ansatz zu forcieren: Der Iran würde sich bereit erklären, keine weiteren Nuklearaktivitäten durchzuführen; im Gegenzug würden die Staaten der 5+1-Gruppe keine neuen VN-Sanktionen verabschieden. Sollten die Gespräche endgültig scheitern, wird die Situation auf lange Sicht eskalieren. [Zusammenfassung: Edith Novy]


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