» Afrika und die G8 – Eliten unter sich?
von Henning Melber,
in Henning Melber, Cornelia Wilß (Hg.), G8 Macht Politik – Wie die Welt beherrscht wird, Brandes & Apsel Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2007, S. 93 – 102
Mit der britischen Afrikainitiative wurde dem Kontinent auf dem G8-Gipfel 2005 eine bis dahin ungekannte Aufmerksamkeit zuteil. Es ist jedoch zu bedenken, dass damit vor allem eine engere Partnerschaft mit ausgewählten afrikanischen Eliten intendiert wird. Die von der G8 als Demokratie-Initiative deklarierten „Neuen Partnerschaften für Afrikas Entwicklung“ legitimieren strukturelle Disparitäten, ohne dabei die Bevölkerung in wichtige Entscheidungsprozesse einzubinden. Die ins Auge gefasste politisch-wirtschaftliche Neugestaltung der Beziehungen hat bislang kaum nennenswerte Fortschritte gebracht. Dennoch ablaufende Reformprozesse in Afrika können kaum dem Handeln der G8 zugeschrieben werden. [Zusammenfassung: Inken Reimer]
» Fünf Jahre NEPAD
von Cord Jakobeit,
in APuZ 32-33, 7. August 2006, S. 21 - 25
Die Gründung der Initiative "New Partnership for Africa's Development" 2001 erregte viel Aufmerksamkeit, da sich die afrikanischen Regierungschefs erstmals dazu bekannten, durch gute Regierungsführung die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Fünf Jahr später ist es jedoch zu früh, das Projekt als Erfolgsgeschichte zu feiern. Besonders der mit der G8 entwickelte "African Peer Review Mechanism" hat bislang wenig konkrete Ergebnisse gebracht. Auch die ökonomischen Daten des Kontinents haben sich kaum verbessert. Allerdings sollte man anerkennen, dass die NEPAD-Initiative dazu beigetragen hat, eine Marginalisierung Afrikas in der internationalen Politik zu verhindern.
» The New Partnership for Africa's Development. Four years of a promising attempt or hollow optimism?
von Prince Mashele,
in ISS Paper 125, März 2006, 16 S.
Die New Partnership for Africa's Development (NEPAD) ist Ausdruck der Absicht Afrikas, sich den weltweiten Herausforderungen zu stellen, interne Probleme eigenständig zu bewältigen und anderen Regionen auf gleicher Augenhöhe als Partner zu begegnen. Insbesondere der African Peer Review Mechanism (APRM) wird als effektives Instrument betrachtet, gute Regierungsführung zu gewährleisten und damit Afrikas Entwicklung voranzubringen. Der Autor beschreibt die Ambitionen der NEPAD und des APRM und analysiert erste Erfahrungen mit beiden Instrumenten anhand der Fallbeispiele Ghana und Ruanda.
Blockierte Demokratie – Die Tschechische Republik 20 Jahre nach der Samtenen Revolution
Vor 20 Jahren brach das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammen. Die Begeisterung, die die »Samtene Revolution« und der anschließende Aufbruch hin zu Demokratie und Kapitalismus auslösten, ist heute jedoch längst erloschen. Die Gesellschaft in der Tschechischen Republik im Jahre 2009 zeigt sich in hohem Maße zerklüftet und verworfen. Die politische Elite und die Bevölkerung sind voneinander entfremdet, die gesellschaftlichen Entscheidungsträger und Protagonisten der Parteien sind zerstritten und unfähig, dauerhaften Konsens zu bilden. Dieser Zustand ist erneut beim Sturz der Regierung Topolánek im März 2009 offenbar geworden, doch sein Entstehen reicht weiter zurück: in die Vorgänge um den Umbruch 1989 selbst sowie in die Phase der Transformation des Landes in den vergangenen zwei Dekaden. Mehr…