» Deutschland und die EU müssen Führungsrolle beim Klimagipfel übernehmen – weil es sonst keiner tut
von Marcel Viëtor,
in Diplomatisches Magazin 12, Dezember 2009, S. 26 – 27 Die Vorarbeiten zum Kopenhagener Weltklimagipfel verliefen zäh. Im Mittelpunkt des Disputs stehen Finanzierungsfragen. Deutschland und die EU sind in dieser Lage gefordert beispielhaft voranzugehen. Künftig müssen jährlich mehr als 30 Mrd. Euro für Klimaschutzmaßnahmen aufgewendet werden. Für Deutschland und die EU zahlt sich das auch als eine ökonomische Zukunftsinvestition aus, ist doch die Klimatechnologie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Deutschland sollte zudem Russland stärker als „vergessenen“ Klimapartner aktivieren. Der Kampf gegen den Klimawandel als globale Aufgabe erfordert die Beteiligung möglichst aller Länder.
[Zusammenfassung: Lucas Lypp] Bildquelle: kcdsTM, License
» Kassensturz für den Weltklimavertrag – Der Budgetansatz
von WBGU,
in Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen Sondergutachten, Juli 2009, 69 S.
Das klimapolitische Zeitfenster schließt sich. Auch mit den Vorgaben von Kopenhagen wird sich das Zwei-Grad-Ziel nicht erreichen lassen. Um sich dem wenigstens anzunähern sind noch höhere Ausgleichszahlungen und Technologietransfers an ärmere Regionen nötig. Zunächst muss ein neues weltweit verbindliches Regelwerk geschaffen werden. Alle Signatarstaaten müssten künftig Dekarbonisierungsfahrpläne vorlegen, die von einer Weltklimabank regelmäßig überprüft würden. Der EU-Emissionshandel ist auf die ganze Welt auszuweiten. Der WBGU-Budgetansatz sieht zudem vor, dass ein weltweites CO²-Budget auf Pro-Kopf-Basis errechnet und dann fair auf alle Länder verteilt wird. [Zusammenfassung: Simon Schlechtweg]
» Water resources across Europe - confronting water scarcity and drought
von European Environment Agency,
in European Environment Agency, Report 2/2009, 60 S. Die weltweiten Wasservorkommen sind nach jahrzehntelanger, übermäßiger Nutzung vielerorts quantitativ und qualitativ an einem kritischen Punkt angelangt. Infolge des Klimawandels ist eine weitere Verschlechterung der Situation durch häufigere Dürren auch in Europa absehbar. Hauptabnehmer von Wasser sind Energieproduktion, Landwirtschaft, Haushalte und Industrie. Während der industrielle Wasserbedarf deutlich reduziert werden konnte, wird der Anbau von Pflanzen zur Energieerzeugung den landwirtschaftlichen Verbrauch steigern. Innovations- und Investitionsbedarf herrscht vor allem bei der Abrechnung und bei Maßnahmen zur Nachhaltigkeit. Dabei ist die EU als Förderer und Regulator gefragt. [Zusammenfassung: Aylin Ünal] Bildquelle: Snap®, License
» Help Wanted: Energy Coordinator
von Josef Braml,
in Internationale Politik Global Edition, 10 (Frühjahr 2009) 2, S. 21-25
Ein weltweiter energiepolitischer Rahmen ist seit langem überfällig. Der Regierung Obama könnte nun daran gelegen sein, einen solchen gemeinsam mit den Europäern zu schaffen. Abgesehen von der sicherheitspolitischen Dimension würde dies das wirtschaftliche Wachstum ankurbeln und den Klimawandel bremsen.
» Climate and Energy Policies in the United States and Germany - Lessons for the Future
von Tim Stuchtey & Kirsten Verclas,
in American Institute for Contemporary German Studies – The Johns Hopkins University, AICGS IssueBrief 29, Dezember 2008, 8 S.
Klimaprogramme in der EU sind bisher ambitionierter als in den USA. Dabei wird übersehen, dass in den USA auf bundesstaatlicher Ebene eigene Zielvorgaben und Programme existieren. Die EU ging jedoch einen Schritt weiter und führte das weltweit erste Emissionshandelssystem ein. Viele US-Bundesstaaten konnten bereits von den Anfangsproblemen lernen. Ein nationales Cap-and-Trade-System in den USA würde maßgeblich zur Reduktion des CO²-Ausstoßes beitragen. Die neue US-Regierung, von der eine ambitioniertere Klimapolitik erwartet wird, hat zudem die Chance, Fehler der deutschen Klimapolitik, wie das Anvisieren einzelner Sektoren (Transport) oder Energieträger (Biokraftstoffe), zu vermeiden. [Zusammenfassung: Simon Schlechtweg]
» Leben in der Treibhausatmosphäre
von E+Z Schwerpunkt: Anpassung an den Klimawandel,
in E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit 12, Dezember 2008, S. 450 – 469 Strategien der Anpassung an den Klimawandel gewinnen immer mehr an Bedeutung. Als besonders Betroffene sind Entwicklungsländer selbst in günstigen Szenarien auf die Unterstützung der reichen Länder angewiesen, den maßgeblichen Verursachern des Klimawandels. Dabei sollten Synergien zwischen Entwicklungs- und Klimapolitik genutzt werden, finanzielle Hilfen im Rahmen der Klimapolitik allerdings nicht mit der bestehenden Entwicklungshilfe verrechnet werden. Europa muss im Kampf gegen den Klimawandel eine Vorreiterrolle einnehmen und sollte - wie auch die anderen Industrieländer - Zusagen bezüglich der Entwicklungshilfe einhalten und zusätzliche Mittel bereitstellen. [Zusammenfassung: Lars Brückner] Bildquelle: Marufish, License
» Climate change and Energy security: Lessons learned
von Joseph E. Aldy, Camilla Bausch & Michael Mehling,
in AICGS Policy Report 35 / 2008, 74 S.
Welche Lehren lassen sich aus den Erfahrungen amerikanischer und europäischer Klima- und Energiepolitik ziehen? In den USA haben bislang vor allem die Bundesstaaten mit klimapolitischen Maßnahmen Akzente gesetzt. Künftig muss die US-Regierung diese Schritte stärker in einen nationalen Rahmen einbetten. Dies dient auch der Energiesicherheit des Landes. Dabei lässt sich von der europäischen Politik lernen. Inwieweit diese ihre Vorreiterrolle in der Klimapolitik behält, werden die Ergebnisse der Kopenhagener Konferenz zeigen. Der US-Regierungswechsel und die Neuwahl der EU-Kommission bieten nicht zuletzt die Chance, die transatlantische Kooperation auch in der Klimapolitik zu verbessern. [Zusammenfassung: Aylin Ünal]
Chair’s Summary, G8 Summit 2008
Schwerpunkte des Gipfels waren die Lage der Weltwirtschaft, der Klimawandel, Fragen der Entwicklungspolitik und Afrika
Veröffentlicht: 09.07.2008
Blockierte Demokratie – Die Tschechische Republik 20 Jahre nach der Samtenen Revolution
Vor 20 Jahren brach das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammen. Die Begeisterung, die die »Samtene Revolution« und der anschließende Aufbruch hin zu Demokratie und Kapitalismus auslösten, ist heute jedoch längst erloschen. Die Gesellschaft in der Tschechischen Republik im Jahre 2009 zeigt sich in hohem Maße zerklüftet und verworfen. Die politische Elite und die Bevölkerung sind voneinander entfremdet, die gesellschaftlichen Entscheidungsträger und Protagonisten der Parteien sind zerstritten und unfähig, dauerhaften Konsens zu bilden. Dieser Zustand ist erneut beim Sturz der Regierung Topolánek im März 2009 offenbar geworden, doch sein Entstehen reicht weiter zurück: in die Vorgänge um den Umbruch 1989 selbst sowie in die Phase der Transformation des Landes in den vergangenen zwei Dekaden. Mehr…