» Die Zukunft der Arktis
von David Bosold & Simon Koschut,
in DGAPaktuell 3, 21. April 2009, 4 S. Infolge des Klimawandels wird der Arktis mehr und mehr Aufmerksamkeit zuteil. Das Schmelzen des Eises eröffnet dabei neue Perspektiven, aber auch neue Konfliktfelder. Von besonderem wirtschaftlichen Interesse ist künftig die Möglichkeit der ganzjährigen Nutzung polarer Schifffahrtsrouten und die erleichterte Exploration der in der Region vermuteten Öl- und Gasreserven. Um ihre als exklusiv verstandenen Ansprüche auf die Arktis zu untermauern könnte es zu einer militärischen Aufrüstung der Anrainer kommen. Deren wichtigstes Kooperationsforum ist der Arktisrat. Die spezifischen Anliegen der etwa vier Millionen Einwohner der Polarregion werden meist ausgeblendet. [Zusammenfassung: Lucas Lypp] Bildquelle: NileGuide.com, License
» Water resources across Europe - confronting water scarcity and drought
von European Environment Agency,
in European Environment Agency, Report 2/2009, 60 S. Die weltweiten Wasservorkommen sind nach jahrzehntelanger, übermäßiger Nutzung vielerorts quantitativ und qualitativ an einem kritischen Punkt angelangt. Infolge des Klimawandels ist eine weitere Verschlechterung der Situation durch häufigere Dürren auch in Europa absehbar. Hauptabnehmer von Wasser sind Energieproduktion, Landwirtschaft, Haushalte und Industrie. Während der industrielle Wasserbedarf deutlich reduziert werden konnte, wird der Anbau von Pflanzen zur Energieerzeugung den landwirtschaftlichen Verbrauch steigern. Innovations- und Investitionsbedarf herrscht vor allem bei der Abrechnung und bei Maßnahmen zur Nachhaltigkeit. Dabei ist die EU als Förderer und Regulator gefragt. [Zusammenfassung: Aylin Ünal] Bildquelle: Snap®, License
» Pit Stop Poznan. An Analysis of Negotiations on the Bali Action Plan at the Stopover to Copenhagen
von Tilman Santarius et al.,
in Wuppertal Institute for Climate, Environment and Energy 2009, 23 S. Die Klimakonferenz in Posen brachte kaum bemerkenswerte Ergebnisse. Immerhin konnte ein Anpassungsfonds zur Umsetzung von Klimaprojekten beschlossen werden. Forderungen von Entwicklungsländern nach finanzieller Unterstützung wurde dagegen nur teilweise entsprochen. Bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen warteten viele Länder das Handeln der neuen US-Regierung ab. Große Hoffnungen ruhen auf Washington, im Zuge der Wirtschaftskrise auf eine innovative Klimapolitik zu setzen. Auf den Verhandlungen in Kopenhagen Ende 2009 aber lastet nun verstärkter Druck, eine Übereinkunft mit Aussicht auf Ratifizierung zu erzielen. Den Industrieländern kommt dabei eine Vorreiterrolle zu. [Zusammenfassung: Aylin Ünal] Bildquelle: David Baggins, License
» Finanzierung von Anpassung an den Klimawandel durch Budgetfinanzierung
von Imme Scholz, Britta Horstmann & Stefan Leiderer,
in Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Analysen und Stellungnahmen 2/2009, 4 Seiten
Einige Folgen des Klimawandels lassen sich nicht mehr vermeiden und machen Anpassungsmaßnahmen nötig. Mit besonders hohen Kosten schlagen diese in Entwicklungsländern zu Buche, die bei der Finanzierung auf die Unterstützung der Staatengemeinschaft angewiesen sind. Eine geeignete Form der Hilfeleistung sind programmbasierte Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit, denen ähnliche Kriterien wie der Klimarahmenkonvention zugrunde liegen: Eigenverantwortung, Partnerausrichtung, Harmonisierung, ergebnisorientiertes Management sowie gegenseitige Rechenschaftspflicht. Von Bedeutung sind dabei vor allem die Berücksichtigung der Interessen der Zielländer und eine regelmäßige Evaluierung der Maßnahmen. [Zusammenfassung: Lars Brückner]
» Volle Kraft voraus. Deutschland als Motor globaler Energieordnungspolitik
von Josef Braml,
in Internationale Politik, Januar 2009, S. 50-55
Die Bundesrepublik sollte in der Energiepolitik eine europäische und globale Führungsrolle spielen. Für ein energieabhängiges und exportorientiertes Land ist es unumgänglich, außenpolitische Initiativen zu ergreifen, um jenseits des Horizonts nationalstaatlicher Lösungen – etwa über die EU – einen neuen globalen ordnungspolitischen Rahmen zu gestalten.
» Help Wanted: Energy Coordinator
von Josef Braml,
in Internationale Politik Global Edition, 10 (Frühjahr 2009) 2, S. 21-25
Ein weltweiter energiepolitischer Rahmen ist seit langem überfällig. Der Regierung Obama könnte nun daran gelegen sein, einen solchen gemeinsam mit den Europäern zu schaffen. Abgesehen von der sicherheitspolitischen Dimension würde dies das wirtschaftliche Wachstum ankurbeln und den Klimawandel bremsen.
» China’s Road to Destruction: Following the West on Global Warming.
von Paul G. Harris,
in Global Asia 4, 30 Dezember 2008
Chinas wirtschaftlicher Aufstieg hat eine Schattenseite: hohe Umweltkosten. Mittlerweile ist das Land der größte Emittent von Treibhausgasen. Zwar sind die Pro-Kopf-Emissionen noch weit unter den Werten der klassischen Industrieländer, eine wachsende Mittelschicht übernimmt jedoch deren energieintensiven Lebensstil und verstärkt so den Klimawandel. Dieser ist maßgeblich von den reichen Ländern verursacht. Ohne Chinas Beteiligung aber werden Klimaschutzbestrebungen nicht erfolgreich sein. Aktuell ist Peking nicht auf einem nachhaltigen Entwicklungspfad, vielmehr scheint es die Fehler des Westens zu wiederholen – mit einschneidenden Konsequenzen für das Klima. [Zusammenfassung: Lars Brückner]
» Climate and Energy Policies in the United States and Germany - Lessons for the Future
von Tim Stuchtey & Kirsten Verclas,
in American Institute for Contemporary German Studies – The Johns Hopkins University, AICGS IssueBrief 29, Dezember 2008, 8 S.
Klimaprogramme in der EU sind bisher ambitionierter als in den USA. Dabei wird übersehen, dass in den USA auf bundesstaatlicher Ebene eigene Zielvorgaben und Programme existieren. Die EU ging jedoch einen Schritt weiter und führte das weltweit erste Emissionshandelssystem ein. Viele US-Bundesstaaten konnten bereits von den Anfangsproblemen lernen. Ein nationales Cap-and-Trade-System in den USA würde maßgeblich zur Reduktion des CO²-Ausstoßes beitragen. Die neue US-Regierung, von der eine ambitioniertere Klimapolitik erwartet wird, hat zudem die Chance, Fehler der deutschen Klimapolitik, wie das Anvisieren einzelner Sektoren (Transport) oder Energieträger (Biokraftstoffe), zu vermeiden. [Zusammenfassung: Simon Schlechtweg]
» Leben in der Treibhausatmosphäre
von E+Z Schwerpunkt: Anpassung an den Klimawandel,
in E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit 12, Dezember 2008, S. 450 – 469 Strategien der Anpassung an den Klimawandel gewinnen immer mehr an Bedeutung. Als besonders Betroffene sind Entwicklungsländer selbst in günstigen Szenarien auf die Unterstützung der reichen Länder angewiesen, den maßgeblichen Verursachern des Klimawandels. Dabei sollten Synergien zwischen Entwicklungs- und Klimapolitik genutzt werden, finanzielle Hilfen im Rahmen der Klimapolitik allerdings nicht mit der bestehenden Entwicklungshilfe verrechnet werden. Europa muss im Kampf gegen den Klimawandel eine Vorreiterrolle einnehmen und sollte - wie auch die anderen Industrieländer - Zusagen bezüglich der Entwicklungshilfe einhalten und zusätzliche Mittel bereitstellen. [Zusammenfassung: Lars Brückner] Bildquelle: Marufish, License
2953. Tagung des Rates - Umwelt [EU]
In Kopenhagen soll ein neues umfassendes Klimaschutzabkommen beschlossen werden; bisherige Verhandlungsfortschritte reichen noch nicht aus.
Veröffentlicht: 25.06.2009
Blockierte Demokratie – Die Tschechische Republik 20 Jahre nach der Samtenen Revolution
Vor 20 Jahren brach das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammen. Die Begeisterung, die die »Samtene Revolution« und der anschließende Aufbruch hin zu Demokratie und Kapitalismus auslösten, ist heute jedoch längst erloschen. Die Gesellschaft in der Tschechischen Republik im Jahre 2009 zeigt sich in hohem Maße zerklüftet und verworfen. Die politische Elite und die Bevölkerung sind voneinander entfremdet, die gesellschaftlichen Entscheidungsträger und Protagonisten der Parteien sind zerstritten und unfähig, dauerhaften Konsens zu bilden. Dieser Zustand ist erneut beim Sturz der Regierung Topolánek im März 2009 offenbar geworden, doch sein Entstehen reicht weiter zurück: in die Vorgänge um den Umbruch 1989 selbst sowie in die Phase der Transformation des Landes in den vergangenen zwei Dekaden. Mehr…