Artikel mit tag Europäische Nachbarschaftspolitik

Dossiers

  1. Krisenregion Kaukasus
    by Lucas Lypp
    Der georgisch-russische Waffengang im August 2008 hat die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit stärker als zuvor auf die Kaukasusregion und ihre Probleme gelenkt. Das Gebiet zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, Europa und Asien, ist fragmentiert, sowohl geografisch als auch politisch. Das Hochgebirge und die Grenze der Russischen Föderation teilen den Raum in die nördlichen zu Russland gehörenden Provinzen und die drei südlichen unabhängigen Republiken Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Sowjetische Erblasten, gewaltsame Konflikte um Sezessionsgebiete, prekäre Staatlichkeit, organisierte Kriminalität und ökonomische Rückständigkeit haben den Kaukasus zu einer Krisenregion werden lassen. Zugleich ist das Gebiet Lagerstätte und Transportkorridor fossiler Energieträger wie Erdöl und Erdgas und stellt für den Weltmarkt eine gegenüber anderen Förderländern wichtige Alternative dar.

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Analysen

  1. » Ukraine ohne Gaskrise
    von Stefan Meister, in aussenpolitik.net, 4. Februar 2010
    Russland und die Ukraine wollen einen neuen Gasstreit möglichst vermeiden. Aufgrund der Wirtschaftskrise ist das Geldverdienen mühsamer geworden. Das Thema sollte zudem aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. Politische Preise und marode Pipelines machen die Energieversorgung aber weiter unsicher. Wirtschaftlich und politisch befindet sich die Ukraine in einer schwierigen Situation. Außenpolitisch haben sich Timoschenko und Janukowitsch für einen Neustart der Beziehungen zu Russland ausgesprochen und befürworten zugleich eine weitere Annäherung an die EU. Die deutsche Außenpolitik muss künftig noch stärker die Ostpolitik der EU mitgestalten und die starke Fixierung auf Russland überwinden. [Zusammenfassung: Lucas Lypp] Bildquelle: www.kremlin.ru, License CC Attribution

  2. » Die Gunst der Stunde nutzen: Chancen für eine Annäherung zwischen Belarus und der EU
    von Maria Davydchyk & Marie-Lena May, in DGAPstandpunkt 2, 2. Februar 2010, 3 S.
    Die Verhältnisse in Belarus geraten in Bewegung. Der Staat steht wegen der Wirtschaftskrise vor erheblichen Problemen, und die Beziehungen zu Russland, dem Stabilisator des Lukaschenko-Regimes, haben sich abgekühlt. Deshalb ist Minsk gezwungen, zentrale wirtschaftliche und gesellschaftliche Bereiche zu öffnen. Vor der Präsidentschaftswahl 2011 bietet sich so für die EU die Möglichkeit, Strukturveränderungen und eine Annäherung zwischen Belarus und der Union zu unterstützen. Dabei sollte Brüssel - neben der Wirtschaftskooperation - drei Ansätze verfolgen: dezentral agieren, den direkten gegenseitigen Austausch forcieren und Belarus in multilaterale EU-Projekte integrieren.

  3. » Politische Dauerkrise in Kiew. Destruktiver Semipräsidentialismus und fehlende EU-Perspektive
    von Andreas Umland, in aussenpolitik.net, 12. Januar 2010.
    Die Präsidentschaftswahlen 2010 rücken die Ukraine erneut ins Blickfeld der internationalen Politik. Das Land ist Zankapfel zwischen Ost und West, russischem Integrationsanspruch und NATO-Perspektive, dabei tief gespalten in außenpolitischen Grundsatzfragen. Hinzu kommt die Verunsicherung wegen der Zurückweisung der EU-Ambitionen und der Unzulänglichkeiten des eigenen politischen Systems. Die staatliche und wirtschaftliche Transformation ist ins Stocken geraten. Kiew sollte sich rasch für eine Integrationsoption entscheiden. Dazu aber muss die EU der Ukraine eine Beitrittsperspektive geben, zu bedeutsam ist auch für Brüssel die sicherheitspolitische Verortung des großen östlichen Nachbars. [Zusammenfassung: Lucas Lypp] Bildquelle: tgraham, License CC Attribution-ShareAlike

  4. » Die Georgienkrise und die Rolle der EU
    von Stefan Meister, in aussenpolitik.net, 3. Dezember 2009
    Der georgisch-russische Krieg im August 2008 und die einseitige Anerkennung der Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens durch Russland haben die geopolitische Konstellation im Südkaukasus verändert. Die Staaten der Region suchen verstärkt nach alternativen Bündnispartnern, um nicht einseitig von Russland abhängig zu sein. Die türkisch-armenische Annäherung hat neuen Schub bekommen. Die EU ist mit der Vermittlung des Waffenstillstands zwischen Russland und Georgien 2008 sowie einer Beobachtermission zum wichtigsten internationalen Akteur in der Region aufgestiegen. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Union bereit ist, mehr Verantwortung im Südkaukasus zu übernehmen. Bildquelle: Ssolbergj, License CC Attribution-ShareAlike

  5. » Russland und die EU im Ostseeraum
    von Stefan Meister, in aussenpolitik.net, 10. November 2009
    Die schwedische Ratspräsidentschaft und bereits die Diskussion um die Ostseepipeline haben dem Projekt Ostseekooperation neuen Schub gegeben. Von grundsätzlicher Bedeutung ist dabei die Rolle Russlands in der Region und die Frage, inwieweit es möglich ist, an die erfolgreiche Zusammenarbeit aus den 1990er Jahren anzuknüpfen. Sowohl in Russland als auch in der EU hatte das Interesse an der Region seit dem Beitritt Polens und der Baltischen Staaten zur EU abgenommen. Konflikte zwischen der Brüssel und Moskau in anderen Bereichen erschweren die Zusammenarbeit in der Region. Deshalb bedarf es einer neuen Initiative, um den Ostseeraum als Ort der Kooperation und Vertrauensbildung zu reaktivieren. Bildquelle: sludgegulper, License CC Attribution-ShareAlike

  6. » Die Östliche Partnerschaft der EU – ein Kooperationsangebot mit Missverständnissen
    von Stefan Meister & Marie-Lena May, in DGAPstandpunkt 7, 15. September 2009, 5 S.
    Die „Östliche Partnerschaft“ der EU könnte scheitern, bevor sie richtig begonnen hat. Die schwedische Ratspräsidentschaft verleiht dem Vorhaben nicht das nötige Gewicht. In Russland besteht der Verdacht, die EU wolle ihr Einflussgebiet weiter in den Osten verlagern. Und in der Ukraine opponiert die Führung gegen die neue EU-Initiative. Dabei missverstehen Russland, aber auch einige Adressaten-Länder und EU-Staaten die Funktion dieser Initiative. Wichtig wäre, die Partnerschaft als Grundlage für eine substanziell neue Politik gegenüber den östlichen Nachbarstaaten der EU zu entwickeln, unter Einbeziehung Russlands, nötigenfalls aber auch mit Druck auf Moskau.

  7. » Georgia-Russia: Still Insecure and Dangerous
    von International Crisis Group, in International Crisis Group, Europe Briefing 53, 22. Juni 2009, 20 S.
    Die Sicherheitslage rund um Südossetien ist ein Jahr nach dem georgisch-russischen Krieg absolut unbefriedigend. Vor allem die russische Seite müsste sich jetzt bewegen und: die im Waffenstillstandsabkommen eingegangenen Verpflichtungen erfüllen, den Widerstand gegen die Tätigkeit internationaler Beobachter der EU, OSZE und VN aufgeben, den Vertriebenen eine sichere Rückkehr ermöglichen, die Aufstockung der militärischen Kräfte rückgängig machen und sich lösungsorientiert an den Genfer Gesprächen beteiligen. Die Staatengemeinschaft kann als Druckmittel die Beschneidung der russischen Rechte im Europarat sowie eine Überprüfung der Vergabe der olympischen Winterspiele 2014 androhen. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  8. » The Eastern Partnership – „ENP plus“ for Europe’s Eastern neighbours
    von Sebastian Schäffer & Dominik Tolksdorf, in CAPerspectives 4, Mai 2009, 4 S.
    Jedes weitere Instrument für die EU-Nachbarräume wirft die Frage nach dessen Mehrwert auf. Führt der neue Ansatz zu Doppelungen oder zu einer Stärkung der EU-Außenpolitik? Zum Instrumentarium zählen bereits die ENP, die Schwarzmeersynergie und die Zentralasienstrategie. Mit neuen Assoziierungsabkommen könnten Wirtschaftbeziehungen vertieft und Hilfen aufgestockt werden. Die EU muss sich darüber hinaus stärker sicherheitspolitisch in der Region engagieren. Dabei sind Russlands Bedenken zu zerstreuen, der EU-Ansatz ziele auf eine Einkreisung Moskaus. Schließlich gehört eine Annäherung der unterschiedlichen süd-östlichen Interessen innerhalb der EU ganz oben auf die Agenda. [Zusammenfassung: Lucas Lypp] Bildquelle: Siekierki, License CC Attribution-ShareAlike

  9. » Going West: Guidlines for Israel’s Integration into the European Union
    von Sharon Pardo, in The Israel Journal of Foreign Affairs 2, Mai 2009, S. 51 – 62
    Israel und die EU teilen mehr als nur politische und wirtschaftliche Interessen. Auch kulturell und historisch haben sie viel gemein. Innerhalb der Europäischen Nachbarschaftspolitik und der Euromediterranen Partnerschaft hat die Beziehung einen institutionellen Rahmen gefunden. Eine neue „Euro-Israeli Partnership“ (EIP) könnte der Zusammenarbeit jedoch weitere Impulse geben. Als spezifische Form der Kooperation – unterhalb der EU-Vollmitgliedschaft – verstanden, würde sie sich auf alle relevanten Politikfelder erstrecken und über eigene Gremien verfügen, mit israelischen und EU-Mitgliedern: von einem Rat als höchstem Gremium, über gemeinsame Komitees bis hin zu einer Schiedsgerichtsbarkeit. [Zusammenfassung: Jasmin Reitzig]

  10. » Die Georgienkrise als weltpolitisches Thema
    von Uwe Halbach, in APuZ 13, 23. März 2009, S. 3 – 10
    Der Begriff der „frozen conflicts“ im Kaukasus muss spätestens nach der Eskalation vom August 2008 als überholt gelten. Russland hat mit der Anerkennung Abchasiens und Südossetiens einen Strategiewechsel in der Region vollzogen, um seine Einflusszone zu sichern. Die EU konnte sich als Krisenmanager profilieren, befindet sich aber in zunehmender Integrationskonkurrenz zu Moskau. Die völkerrechtliche Divergenz über den Status der abtrünnigen Provinzen hat sich verschärft. In Bewegung gerieten auch benachbarte Akteure und Konflikte. In Georgien selbst spitzt sich die politische Krise nach dem „Burgfrieden“ wieder zu. Die staatliche Teilung scheint dabei mehr denn je zementiert. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  11. » Die Europäische Nachbarschaftspolitik - Sicherheit und Wohlstand durch Vernetzung
    von Benita Ferrero-Waldner, in Hanns-Seidel-Stiftung, Politische Studien, Themenheft 1, März 2009, Europa – Grenzen und Perspektiven, S. 9 – 15
    Wer könnte besser als die Hauptverantwortliche für die ENP selbst die EU-Politik an der Peripherie skizzieren? Die Stabilisierung ihres regionalen Umfelds hat für die Europäische Union höchste Priorität. Um die Anrainer bei der Modernisierung zu unterstützen und an die Union heranzuführen, mobilisiert die EU daher erhebliche finanzielle Mittel. Dieses Engagement auf einem breiten Spektrum von Handlungsfeldern gilt es nach den Erfahrungen der Anfangsjahre weiter zu intensivieren. Der Erfolg des EU-Ansatzes hängt dabei stark von der Kooperationsbereitschaft der Nachbarn ab. Neben der Betonung der regionalen Integration wurde daher auch eine Wettbewerbskomponente in die ENP eingebaut. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  12. » Die Georgienkrise 2008. Internationale, nationale und regionale Dimensionen
    von Uwe Halbach, in Konflikt am Kaukasus. Nachlese zum „Fünf-Tage-Krieg“ in Georgien im Sommer 2008, Internationales Institut für Liberale Politik Wien, Sozialwissenschaftliche Schriftenreihe, Reihe Studien, Februar 2009, 40 S., S. 3 – 12
    Der Kaukasus hat sich als Krisenherd auf der internationalen Agenda weiter nach vorn geschoben. Russland möchte seine traditionelle Einflusszone restaurieren und nimmt dazu Abchasien und Südossetien unter Protektoratsherrschaft. Die NATO hält die Tür für Georgien geöffnet. Die EU profilierte sich als Krisenmanager und bietet neue Partnerschaften an. Dadurch ist vor allem Georgien zum geopolitischen Frontstaat geworden. Noch wird die territoriale Integrität beschworen. Aber Tiflis kann ohne die Last der Konfliktherde die euroatlantische Integration schneller vorantreiben. Der Georgienkonflikt hat auch Bewegung in die benachbarte Karabachfrage und das armenisch-türkische Verhältnis gebracht. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  13. » Die russische Politik nach dem Georgien-Krieg
    von Andrei Zagorski, in Konflikt am Kaukasus. Nachlese zum „Fünf-Tage-Krieg“ in Georgien im Sommer 2008, Internationales Institut für Liberale Politik Wien, Sozialwissenschaftliche Schriftenreihe, Reihe Studien, Februar 2009, 40 S., S. 23 – 30
    Die russische Kriegsbilanz ist gemischt: Zwar gelang eine Teilentwaffnung Georgiens. Die Position in den Separatistenstaaten wurde gefestigt. Aber die Anbindung der abtrünnigen Provinzen verursacht hohe Kosten. Zudem zählt Georgien nicht mehr zum Machtbereich des Kreml. Tiflis hat einen Blankoscheck zum NATO-Beitritt und erhält umfassende Wiederaufbaumittel. Schließlich ist Russland nicht länger Krisenmanagementakteur in der Region, sondern Konfliktpartei. Die Ziele des Kremls sind nun: Festigung des neuen Status quo und Sturz des georgischen Präsidenten. Das wahrscheinlichste Szenario besteht in der Aufteilung Georgiens in unterschiedliche Machtbereiche. Ein neuer Gewaltakt ist möglich. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  14. » Geopolitischer Machtpoker im Kaukasus
    von Peter W. Schulze, in Konflikt am Kaukasus. Nachlese zum „Fünf-Tage-Krieg“ in Georgien im Sommer 2008, Internationales Institut für Liberale Politik Wien, Sozialwissenschaftliche Schriftenreihe, Reihe Studien, Februar 2009, 40 S., S. 13 – 21
    Der Kaukasus bleibt Spielball der großen Mächte. Vielleicht geben die Ereignisse vom August 2008 Anlass zu einer Neuordnung der euroatlantischen Sicherheitsarchitektur. Georgien hat auf seinem Weg nach Westen auf jeden Fall Terrain gewonnen, kann es doch nun die schwelenden Konfliktherde bequem entsorgen und ist die Statusfrage los. Die EU wurde 2008 aus ihrer Transformationsarbeit gerissen und unverhofft zum geopolitischen Akteur. Der Westen kann seinen geografisch entfernten Partnern allerdings wenig Schutz bieten gegenüber einem revisionistischen Russland, das als Großmacht anerkannt werden, dazu seine unmittelbare Nachbarschaft kontrollieren und GUS-Staaten vom Westkurs abbringen möchte. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

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Analysen im Internet

  1. Der Kaukasus-Konflikt. Russland und Georgien ein Jahr danach
    Beide Kriegsparteien wurden durch den Schlagabtausch politisch zurückgeworfen. EU-Kaukasuspolitik kann nur international koordiniert gelingen.
    Veröffentlicht: 15.11.2009

  2. Russisches Erdgas, ukrainische Röhren, europäische Versorgungssicherheit - Lehren und Konsequenzen aus dem Gasstreit 2009
    Die EU muss in der Energiepolitik enger zusammenarbeiten und gegenüber ihren Nachbar- und Lieferländern geschlossener auftreten.
    Veröffentlicht: 24.01.2010

  3. The Eastern Dimension of EU External Relations
    Die Östliche Partnerschaft war die polnisch-schwedische Antwort auf die französische Mittelmeerunion und soll die bestehende ENP vertiefen.
    Veröffentlicht: 09.01.2010

  4. Länderanalyse Südkaukasus: Krise und Kriegsgefahr?
    Jederzeit können die Territorialkonflikte in einer neuen kriegerischen Auseinandersetzung eskalieren.
    Veröffentlicht: 12.11.2009

  5. The European Union and the South Caucasus. Three Perspectives on the Future of the European Project from the Caucasus
    Die südkaukasischen Staaten haben neben dem gemeinsamen Zugehörigkeitsgefühl zu Europa ein jeweils ganz eigenes die Region fragmentierendes Profil.
    Veröffentlicht: 12.11.2009

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