» Zentralasien - Eine Region von strategischer Bedeutung zwischen Russland, China und der Europäischen Union
von Stefan Meister,
in aussenpolitik.net, 5. Februar 2010
Seit dem Ende der SU weckt Zentralasien das Interesse externer Akteure, darunter China und die USA. Russland versucht seinen Einfluss aufrecht zu erhalten. Die Staaten der Region wiederum fürchten eine zu starke Abhängigkeit von Moskau und nutzen die Konkurrenz der Großmächte, um deren Politik auszubalancieren. Ziel der EU ist es, Zentralasien - in vielfacher Hinsicht eine Krisenregion - politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren. Dem legen die Europäer ihre eigenen Wertvorstellungen zugrunde und verfolgen zudem energiepolitische Interessen. Der Widerspruch zu den lokalen Eliten, die auf dem Status quo und politischer Neutralität beharren, begrenzt dabei die Wirkung der EU-Strategie. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]
» Ukraine ohne Gaskrise
von Stefan Meister,
in aussenpolitik.net, 4. Februar 2010
Russland und die Ukraine wollen einen neuen Gasstreit möglichst vermeiden. Aufgrund der Wirtschaftskrise ist das Geldverdienen mühsamer geworden. Das Thema sollte zudem aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. Politische Preise und marode Pipelines machen die Energieversorgung aber weiter unsicher. Wirtschaftlich und politisch befindet sich die Ukraine in einer schwierigen Situation. Außenpolitisch haben sich Timoschenko und Janukowitsch für einen Neustart der Beziehungen zu Russland ausgesprochen und befürworten zugleich eine weitere Annäherung an die EU. Die deutsche Außenpolitik muss künftig noch stärker die Ostpolitik der EU mitgestalten und die starke Fixierung auf Russland überwinden. [Zusammenfassung: Lucas Lypp] Bildquelle: www.kremlin.ru, License
» Russland und die EU im Ostseeraum
von Stefan Meister,
in aussenpolitik.net, 10. November 2009 Die schwedische Ratspräsidentschaft und bereits die Diskussion um die Ostseepipeline haben dem Projekt Ostseekooperation neuen Schub gegeben. Von grundsätzlicher Bedeutung ist dabei die Rolle Russlands in der Region und die Frage, inwieweit es möglich ist, an die erfolgreiche Zusammenarbeit aus den 1990er Jahren anzuknüpfen. Sowohl in Russland als auch in der EU hatte das Interesse an der Region seit dem Beitritt Polens und der Baltischen Staaten zur EU abgenommen. Konflikte zwischen der Brüssel und Moskau in anderen Bereichen erschweren die Zusammenarbeit in der Region. Deshalb bedarf es einer neuen Initiative, um den Ostseeraum als Ort der Kooperation und Vertrauensbildung zu reaktivieren. Bildquelle: sludgegulper, License
» Interessen, Instrumente, Einflussgrenzen. Die Europäische Union und Zentralasien
von Andrea Schmitz,
in Osteuropa 8-9 / 2007, S. 327 – 338
Die EU verstärkt ihr Engagement in Zentralasien und möchte zur Stabilisierung und Modernisierung beitragen sowie an den fossilen Ressourcen partizipieren. Dazu wurde 2007 ein regionales Strategiepapier beschlossen. Die Handlungsmöglichkeiten der Europäer zwischen Astana und Aschgabat werden jedoch begrenzt durch die Präsenz einflussreicherer Akteure. Nach wie vor besteht eine enge Verflechtung der Region mit Russland. China ist zum wichtigsten Handelspartner avanciert. Die zentralasiatischen Länder wollen ihre Beziehungen diversifizieren und die Dominanz Russlands überwinden. Das weltweite Interesse an dem Raum erweitert dabei ihren Handlungsspielraum; Europa ist lediglich eine Option. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]
» Mythos Diversifizierung. Europa und das Erdgas des Kaspiraums
von Roland Götz,
in Osteuropa 8-9 / 2007, S. 449 – 462
Zur Verbesserung der Energiesicherheit Europas vor allem im Bereich der Erdgasversorgung gilt die Minderung der Abhängigkeit von Russland als vorrangige Maßnahme; wichtige Mosaiksteine bei der geografischen Diversifizierung sind Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan, die sich zugleich von Moskau zu emanzipieren versuchen. Insgesamt ist die Bedeutung des Förder- und Exportpotenzials der Region allerdings nicht zu überschätzen. Die einzelnen Länder spielen zudem eine ganz unterschiedliche Rolle für Europa. Allenfalls der Iran könnte nach Russland und Afrika zum drittgrößten Versorger Europas aufsteigen. Russland verfolgt unterdessen eigene Diversifizierungsstrategien. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]
Analysen im Internet
Advice to the Prince
Ungebetene Außenpolitikberatung für den Bush-Nachfolger im Weißen Haus
Veröffentlicht: 09.01.2010
Blockierte Demokratie – Die Tschechische Republik 20 Jahre nach der Samtenen Revolution
Vor 20 Jahren brach das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammen. Die Begeisterung, die die »Samtene Revolution« und der anschließende Aufbruch hin zu Demokratie und Kapitalismus auslösten, ist heute jedoch längst erloschen. Die Gesellschaft in der Tschechischen Republik im Jahre 2009 zeigt sich in hohem Maße zerklüftet und verworfen. Die politische Elite und die Bevölkerung sind voneinander entfremdet, die gesellschaftlichen Entscheidungsträger und Protagonisten der Parteien sind zerstritten und unfähig, dauerhaften Konsens zu bilden. Dieser Zustand ist erneut beim Sturz der Regierung Topolánek im März 2009 offenbar geworden, doch sein Entstehen reicht weiter zurück: in die Vorgänge um den Umbruch 1989 selbst sowie in die Phase der Transformation des Landes in den vergangenen zwei Dekaden. Mehr…