» Regenbogennation als regionale Führungsmacht
von Christian von Soest,
in APuZ 1/2010, 28. Dezember 2009, S. 19 - 25 Seit dem Ende der Apartheid tritt Südafrika außenpolitisch als soft power auf. Vor allem im Westen wird erwartet, dass sich das Land als Vorbild für den Kontinent etabliert. Allerdings ist Südafrika trotz seiner wirtschaftlichen und politischen Bedeutung bei den Nachbarn noch nicht als regionale Führungsmacht akzeptiert. Pretoria hat zwar eine Vorreiterrolle in der Afrikanischen Union und anderen Organisationen inne und ist einer der wichtigsten Truppensteller. Es hat aber nicht genug Geltung, um die friedliche Lösung von Konflikten zu erzwingen. Auf Ablehnung stößt auch seine an nationalen Interessen orientierte Wirtschaftspolitik und sein demokratisches, westlich orientiertes System. Bildquelle: Ben Kelly, License
» The Logic of B(R)ICSAM Model for G8 Reform
von Andrew F. Cooper,
in CIGI Policy Brief 1, Mai 2007, 12 S. Eine Erweiterung der G8 um die B(R)ICSAM-Gruppe scheint einer der
relevantesten Reformansätze zu sein, gehören doch Brasilien, Indien,
China, Südafrika und Mexiko nicht nur zu den Kernstaaten des
L20-Formats, sondern stellen darüber hinaus neue regionale Machtzentren
dar. Im Rahmen des sogenannten Outreach-Dialogs wurden diese Länder
bereits partiell in den Gipfelprozess integriert. Eine solche
Erweiterung der G8 lässt den aufstrebenden Staaten die notwendige
Anerkennung zuteil werden und ist insbesondere aus Effektivitäts- und
Legitimitätsgesichtspunkten anzustreben. [Zusammenfassung: Diego Glaeser
Grados] Bildquelle: Daveybot, License
Blockierte Demokratie – Die Tschechische Republik 20 Jahre nach der Samtenen Revolution
Vor 20 Jahren brach das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammen. Die Begeisterung, die die »Samtene Revolution« und der anschließende Aufbruch hin zu Demokratie und Kapitalismus auslösten, ist heute jedoch längst erloschen. Die Gesellschaft in der Tschechischen Republik im Jahre 2009 zeigt sich in hohem Maße zerklüftet und verworfen. Die politische Elite und die Bevölkerung sind voneinander entfremdet, die gesellschaftlichen Entscheidungsträger und Protagonisten der Parteien sind zerstritten und unfähig, dauerhaften Konsens zu bilden. Dieser Zustand ist erneut beim Sturz der Regierung Topolánek im März 2009 offenbar geworden, doch sein Entstehen reicht weiter zurück: in die Vorgänge um den Umbruch 1989 selbst sowie in die Phase der Transformation des Landes in den vergangenen zwei Dekaden. Mehr…