Artikel mit tag Deutschland

Analysen

  1. » Helfen hilft – Griechenland, Europa und uns
    von Cornelius Adebahr, in aussenpolitik.net, 5. Mai 2010
    Am Freitag haben Bundestag und Bundesrat über den deutschen Beitrag zur internationalen Griechenlandhilfe entschieden – rund 22 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre. Ein alternativloser Schritt, meint Cornelius Adebahr, EU-Experte der DGAP. Damit sollen weitere Spekulationen gegen den Euro abgewendet und die Gemeinschaftswährung stabil gehalten werden, auf die Deutschland als Exporteur so dringend angewiesen ist. Die Banken scheinen dabei im Gegensatz zur Mehrheit der Bürger die Feuerwehraktion mitzutragen und können mit den Krediten bei einem Gelingen des Unternehmens gutes Geld verdienen. Griechenland bekommt nun die Chance, unter EU- und IWF-Aufsicht seine Finanzen zu sanieren. Bildquelle: Uggboy, License CC Attribution

  2. » Die wirtschaftliche Schieflage in den USA. Wie gravierend sind die Folgen?
    von Josef Braml, in Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik 2, April 2010, S. 189 - 200
    Die Finanz- und Wirtschaftskrise zieht den amerikanischen Arbeitsmarkt stark in Mitleidenschaft, was die überdurchschnittlich konsumgetriebene US-Wirtschaft in Gefahr einer Abwärtsspirale bringt. Verstärkt wird der Effekt dadurch, dass mit der Automobilindustrie und dem Immobilienmarkt zwei Branchen, die bei vergangenen Krisen als Puffer fungierten, diesmal Teil der Misere sind. Zudem erreichen Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung Rekordwerte, was in Verbindung mit dem dauerhaft niedrigen Leitzins der Notenbank die Inflations- und Abwertungsrisiken erhöht. Das würde vor allem auch die exportabhängigen und mit den USA stark verzahnten Volkswirtschaften Asiens und Europas treffen.

  3. » Deutschlands Rückkehr in die Weltpolitik
    von Helga Haftendorn, in Hanns-Seidel-Stiftung, Politische Studien 425, Mai/Juni 2009, S. 49 – 57
    Seit der Wiedervereinigung lassen sich vier Phasen deutscher Außenpolitik unterscheiden. Ging es zunächst um Kontinuität und Konsolidierung, so läutete die Beteiligung am Kosovokrieg eine Politik "aufgeklärten Eigeninteresses" ein. Mit der großen Koalition rückte Europa stärker in den Fokus. Die weltweite Wirtschaftskrise und das Erfordernis global koordinierter Maßnahmen markiert den Beginn der aktuellen Phase. Deutschland ist zwanzig Jahre nach der Einheit eine europäische Zentralmacht und bezieht seine Legitimation aus einer wertorientierten Politik. Um sein politisches Gewicht zu wahren muss Berlin jedoch darauf achten, nicht durch fehlende Einsatzbereitschaft an Einfluss zu verlieren. [Zusammenfassung: Lucia Egger] Bildquelle: NASA/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio, and Virginia Butcher (SSAI), License CC Attribution

  4. » „Die Franzosen wollen von Europa beschützt werden“
    von Claire Demesmay, in aussenpolitik.net, Mai 2009
    Auch beim EG-Gründungsmitglied Frankreich spielen bei der Europawahl innenpolitische Fragen eine dominierende Rolle. Dabei kommt es zu einer oft skurrilen Melange nationaler und europäischer Themen. Euroskeptiker greifen aktuelle Probleme wie Arbeitsplatzabbau auf oder bringen Grundsätzliches wie die Frage nationaler Souveränität auf die Agenda. Französische Europapolitik wird ihren Arbeitsschwerpunkt demnächst auf die Bewältigung der Wirtschaftskrise legen und versuchen, die Wirtschaftskompetenzen der EU auszubauen und das ökonomische Gewicht der Gemeinschaft weltweit geltend zu machen. Das deutsch-französische Gespann hat indes sowohl Konfliktstoff als auch gemeinsame Projekte im Gepäck. [Zusammenfassung: Lucas Lypp] Bildquelle: guillaumepaumier, License CC Attribution-ShareAlike

  5. » Untergehen, um zu überleben
    von Cornelius Adebahr, in Internationale Politik 5/2009, S. 34-41
    Der Fortgang der europäischen Integration ist seit langem nicht mehr frei gewählt, sondern aufgrund globaler Herausforderungen notwendig. Anhand der beiden Beispiele Weltwirtschaftskrise und Klimawandel erklärt der Autor, warum die Schaffung eines europäischen Unionsstaats so wichtig ist: ohne ihn gingen die Nationalstaaten unter. Bildquelle: EU

  6. » Volle Kraft voraus. Deutschland als Motor globaler Energieordnungspolitik
    von Josef Braml, in Internationale Politik, Januar 2009, S. 50-55
    Die Bundesrepublik sollte in der Energiepolitik eine europäische und globale Führungsrolle spielen. Für ein energieabhängiges und exportorientiertes Land ist es unumgänglich, außenpolitische Initiativen zu ergreifen, um jenseits des Horizonts nationalstaatlicher Lösungen – etwa über die EU – einen neuen globalen ordnungspolitischen Rahmen zu gestalten.

  7. » Zwischen Partnerschaft und Widerspruch - Die deutsch-amerikanischen Beziehungen seit dem 11. September 2001
    von Franz-Josef Meiers, in ZEI Discussion Paper 165 / 2006, 34 S.
    Nach dem Ost-West-Konflikt haben sich die Rahmenbedingungen der transatlantischen Partnerschaft zwischen Deutschland und den USA grundlegend gewandelt. Durch den Wegfall der gemeinsamen sowjetischen "Bedrohung" schien die Sicherheitskooperation zunächst ihr Fundament zu verlieren. In den letzten Jahren wurden die Beziehungen vor allem durch Antiterrorkampf und Irakkrieg bestimmt. In der Analyse werden Möglichkeiten und Grenzen der künftigen Zusammenarbeit untersucht. Für die Bewältigung weltumspannender Probleme wie Terrorismus, Klimawandel und Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen bleibt die Zusammenarbeit im transatlantischen Verbund alternativlos. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  8. » Deutsche Außenpolitik in der Ära Schröder
    von Gregor Schöllgen, in in: APuZ 32-33, 8. August 2005, S. 3 - 8
    Im neuen internationalen Umfeld nach dem Kalten Krieg und auf Basis der bundesrepublikanischen Tradition konnte die Regierung Schröder eine Reihe außenpolitischer Weichenstellungen vornehmen, die künftige Akteure teils verwerfen, an die sie jedoch vielfach selbstverständlich anknüpfen werden. So kam es im Kosovo zum ersten Kampfeinsatz der Bundeswehr und es entwickelte sich eine Praxis weltweiter ziviler und militärischer Einsätze. Die transatlantische Partnerschaft erfuhr einen Einschnitt, indem Deutschland den USA im Irak die Gefolgschaft verweigerte. Das gewandelte Selbstverständnis wurde auch sichtbar in der Russland- und Chinapolitik und einer wichtigeren Rolle in der Nahostdiplomatie. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  9. » Die "Außenpolitik" der Fachministerien
    von Lisette Andreae & Karl Kaiser, in Karl Kaiser (Hg.), Wolf-Dieter Eberwein (Hg.), Deutschlands neue Außenpolitik, Bd.4.: Institutionen und Ressourcen, Oldenbourg Verlag, 1998, S. 29 - 46
    Eine zentral betriebene Außenpolitik gibt es nicht mehr. Zwar ergehen seitens der Bundesregierung Zielvorgaben und das Auswärtige Amt ist zuständig für die Koordinierung aller auswärtigen Angelegenheiten. In den letzten Jahrzehnten erfolgte jedoch im Zuge der sich wandelnden internationalen Rahmenbedingungen staatlichen Handelns eine immer intensivere Beteiligung der Fachministerien, die heute als Außenministerien ihres jeweiligen Sachbereichs arbeiten. Die zunehmende Komplexität der Fragestellungen sowie die multinationale Interdependenz erfordert meist die Befassung von Experten und eine direkte Kommunikation. Die Hervorhebung des spezifisch Außenpolitischen wird so immer schwieriger. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

  10. » Die klassischen außenpolitischen Institutionen
    von Judith Siwert-Probst, in Karl Kaiser (Hg.), Wolf-Dieter Eberwein (Hg.), Deutschlands neue Außenpolitik, Bd.4: Institutionen und Ressourcen, Oldenbourg Verlag, 1998, S. 13 - 28
    Der Kanzler ist nach wie vor Hauptakteur der deutschen Außenpolitik - trotz, aber auch wegen der zunehmenden fachlichen Spezialisierung, Zahl der Akteure und Fragmentierung der Zuständigkeiten. So werden Kabinettsvorlagen von den federführenden Ressorts ausgearbeitet. Der hohe Abstimmungsbedarf verhindert dabei oft eine schnelle Entscheidungsfindung. Zudem besteht innerhalb der Koalition ein ständiges Koordinierungserfordernis. Dadurch wird das verfassungsmäßige Kanzlerprinzip immer mehr zu einem Koordinierungsprinzip innerhalb der Bundesregierung und der Kanzler zu einer außenpolitischen Integrationsfigur, die sich auch politisch stark über eine eigene außenpolitische Agenda definiert. [Zusammenfassung: Lucas Lypp]

Analysen im Internet

  1. Perspektiven der EU-Außenpolitik. Plädoyer für eine Wiederbelebung des Weimarer Dreiecks
    Kohärentes EU-Außenhandeln beginnt mit der Abstimmung innerhalb der Kerngruppe des Weimarer Dreiecks.
    Veröffentlicht: 15.05.2009

  2. Der ‘Vertrag der Parlamente’ als Gefahr für die Demokratie? Zu den offensichtlich unbegründeten Verfassungsklagen gegen den Vertrag von Lissabon
    Sowohl nationale Parlamente als auch Europaparlament erfahren durch das neue Vertragswerk eine Aufwertung.
    Veröffentlicht: 19.05.2009

Dokumente

  1. Rede von Bundesaußenminister Steinmeier zu den Ereignissen in Afghanistan
    Vorverurteilungen zu Luftangriff unzulässig; Terrorismus nicht nur mit militärischen Mitteln bekämpfen; Einsatz darf keine Daueraufgabe werden
    Veröffentlicht: 09.09.2009

     
  2. Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zu den aktuellen Ereignissen in Afghanistan
    Kampfeinsatz der Bundeswehr ist notwendig; Lückenlose Aufklärung des Luftangriffs, aber keine Vorverurteilung; Vorbereitung einer Übergabestrategie
    Veröffentlicht: 08.09.2009

     
  3. “Humboldt-Rede zu Europa“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Humboldt-Universität Berlin
    Europapolitik ist Alltag geworden; vier Prinzipien der deutschen Europapolitik; ein einiges Europa hat eine starke Stimme und Einfluss in der Welt
    Veröffentlicht: 27.05.2009